Messen

Messung

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mes|sen ['mɛsn̩], misst, maß, gemessen:
1.
a) <tr.; hat nach einem Maß bestimmen:
die Länge, Höhe von etwas messen; die Temperatur, den Blutdruck messen; [bei jmdm.] Fieber messen; die Zeit mit der Stoppuhr messen.
Syn.: berechnen, ermitteln, feststellen.
Zus.: abmessen, ausmessen, bemessen, nachmessen, vermessen.
b) <itr.; hat (ein bestimmtes Maß) haben:
er misst 1,85 m.
Syn.: ausmachen, betragen, sich erstrecken auf.
2. <+ sich> die eigenen Kräfte, Fähigkeiten im Vergleich mit denen eines anderen im Wettstreit zu ermitteln, festzustellen suchen:
er wollte sich mit ihm einmal messen; was die Freundlichkeit betrifft, kann er sich mit ihr nicht messen; die Spitzenpolitiker maßen sich in einer Fernsehdiskussion.

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mẹs|sen 〈V. 183; hat
I 〈V. intr.〉 ein bestimmtes Maß, eine bestimmte Größe haben ● dieser Stoffrest misst 2 Meter; der Tisch misst 1,50 m in der Länge
II 〈V. tr.〉
1. etwas \messen
1.1 von etwas Höhe, Länge, Breite, Rauminhalt, Gewicht feststellen
1.2 von etwas das Größen- od. Kraftverhältnis feststellen
2. jmdn. \messen jmds. Körpergröße bestimmen
● die Breite, Geschwindigkeit, Höhe, Größe, Länge, Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Meerestiefe, elektrische Spannung \messen; miss doch mal Fieber; messt ihr bitte mal das Paket?; die Temperatur des Kranken \messen ● an dir gemessen, leistet er wenig; gemessen an seinen Fähigkeiten, lassen die Leistungen des Schülers zu wünschen übrig; er muss sich an den Leistungen seines Vorgängers \messen lassen; eine Entfernung mit den Augen \messen schätzen; mit dem Bandmaß, der Elle, dem Hohlmaß, einem Zollstock \messen; jmdn. mit einem Blick von oben bis unten \messen scharf, prüfend ansehen; die Zeit des Laufs mit der Stoppuhr \messen; Flüssigkeiten misst man nach Litern; einen Stoff nach Metern \messen; →a. gemessen
III 〈V. refl.〉 sich mit jmdm. \messen seine Kraft, Leistung an jmdm. erproben ● er kann sich nicht mit ihm \messen kommt ihm nicht gleich
[<mhd. mezzen <ahd. mezzan, got. mitan „messen“; zu idg. med-, mod- „messen, abmessen; abwägen“]

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mẹs|sen <st. V.; hat [mhd. meʒʒen, ahd. meʒʒan, verw. mit 1Mal in dessen urspr. Bed. »Abgemessenes«]:
1.
a) durch Anlegen, Zugrundelegen eines Maßes ermitteln:
die Größe von etw. m.;
den Blutdruck m.;
[bei jmdm.] Fieber m.;
die Geschwindigkeit mit der Stoppuhr m.;
sie maß (geh.; schätzte) die Entfernung mit den Augen;
b) in seinen Maßen, seiner Größe bestimmen:
etw. genau m.;
jmdn. [mit dem Metermaß] m.;
Flüssigkeiten misst man nach Litern.
2. eine bestimmte Größe, ein bestimmtes Maß haben:
er misst 1,85 m;
sie misst 5 cm mehr als du;
das Zimmer misst 2,50 m in der Höhe.
3.
a) <m. + sich> (geh.) in einem Wettstreit o. Ä. seine Fähigkeiten, Kräfte mit etw., mit denen eines anderen erprobend vergleichen; konkurrieren, in einen Wettbewerb treten:
sich im sportlichen Wettkampf mit jmdm. m.;
b) an jmdn., etw. einen bestimmten Maßstab anlegen; nach jmdm., etw. beurteilen:
eine Leistung am Erfolg m.
4. (geh.) abschätzend ansehen.

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I
Messen,
 
die Zuordnung von Zahlen zu irgendwelchen interessierenden Merkmalen von Objekten (oder Subjekten), sodass bestimmte Beziehungen zwischen den Zahlen auch Beziehungen zwischen Merkmalen der Objekte beziehungsweise Subjekte entsprechen. - Skala.
II
Messen,
 
Computermessen.
III
Messen,
 
1) Physik und Technik: experimentelles Bestimmen des Messwertes einer physikalischen Größe im Verlauf eines Messvorgangs (Messung), wobei ein quantitativer Vergleich der Messgröße mit einer Einheit oder einem Bezugswert als Bezugsgröße stattfindet. Vom Messen zu unterscheiden sind das Prüfen, Kalibrieren (Einmessen), Eichen, Zählen und Justieren (Abgleichen). Im einfachsten Fall kann der einzelne Messwert bereits das Messergebnis sein. Jede Messung erfolgt mit bestimmten Messgeräten oder Messeinrichtungen unter genau festgelegten Bedingungen, die das Ziel der Messung sowie Messgrößen, Messwerte, zu bildende Messergebnisse u. a. Merkmale definieren.
 
Bei den direkten Messverfahren gewinnt man den unbekannten Messwert durch unmittelbaren Vergleich mit einer Bezugsgröße (Vergleichsmessung). In diesem Fall werden meist Messgeräte benutzt, die vorher in Vielfachen der Bezugseinheit geeicht wurden, oder es wird nur der Unterschied zu einer bekannten Größe festgestellt (Differenzmessung). Genaueste Ergebnisse erzielt man mit Messbrücken oder nach der Kompensationsmethode, wobei eine bekannte Größe so weit verändert wird, bis die Differenz zur Messgröße verschwindet (Nullabgleich), oder ein vorher abgeglichenes System wird durch die sich ändernde Eingangsgröße »verstimmt« und hat ein entsprechendes Ausgangssignal zur Folge (Ausschlagmethode). Beim indirekten Messverfahren wird die gesuchte Messgröße mithilfe eines Messgrößenumformers auf eine andere Größe zurückgeführt und mittels der bekannten Beziehung zu dieser bestimmt, z. B. Längenmessung durch Messen der Laufzeit und Geschwindigkeit eines Signals.
 
Nach der Art der Ausgangssignale, die beim Messvorgang erzeugt werden, unterscheidet man analoge und digitale Messverfahren. Beim analogen Messen können die Ausgangssignale in gewissen Grenzen jeden beliebigen Zwischenwert annehmen, d. h., sie sind zumindest im Idealfall eine eindeutig umkehrbare Abbildung der Messgröße; digitale Signale nehmen dagegen nur ganz bestimmte diskrete Werte an; die Ausgangssignale sind also nicht eindeutig umkehrbar. Mit der Entwicklung der Mikroelektronik hat sich die digitale Weiterverarbeitung durchgesetzt, da sich die Messwerte in dieser Form besser speichern und auswerten lassen. Dazu müssen die analogen Signale vorher durch Messumsetzer digitalisiert werden.
 
Je nachdem, ob die Messwerte laufend oder nur zu bestimmten Zeiten erfasst werden, unterscheidet man zwischen kontinuierlich und diskontinuierlich arbeitenden Verfahren; zu Letzteren zählen alle digitalen Messverfahren.
 
 
 2) Quantenphysik: Messung.

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mẹs|sen <st. V.; hat [mhd. meʒʒen, ahd. meʒʒan, verw. mit 1Mal in dessen urspr. Bed. „Abgemessenes“]: 1. a) durch Anlegen, Zugrundelegen eines Maßes ermitteln: die Größe, Länge, Breite, Höhe von etw. m.; den Luftdruck, den Blutdruck m.; Der Arzt nahm meine Hand und maß den Puls (Drewitz, Eingeschlossen 109); [bei jmdm.] Fieber m.; mit einem Thermometer die Temperatur [des Wassers] m.; die Geschwindigkeit, die Zeit mit der Stoppuhr m.; es wurden 20º [Wärme] gemessen; sie maß (geh.; schätzte) die Entfernung mit den Augen; Die ... Uhr ... maß mit schläfrigem Ticken die Zeit (zeigte sie ... fortlaufend an; Langgässer, Siegel 368); <auch ohne Akk.-Obj.:> nur dort ..., wo man exakt mit Stoppuhr und Bandmaß m. kann (Maegerlein, Triumph 28); b) in seinen Maßen, seiner Größe bestimmen: etw. genau, exakt m.; jmdn. [mit dem Metermaß] m.; ein Brett mit dem Zollstock m.; Flüssigkeiten misst man nach Litern; Ü alle mit gleichem Maß m. (in gleicher Weise beurteilen). 2. eine bestimmte Größe, ein bestimmtes Maß haben: er misst 1,85 m; sie misst 5 cm mehr als du; das Grundstück misst 600 m2; das Zimmer misst 2,50 m in der Höhe; Der ... Bau ... ein reiner Würfel, der an jeder seiner zwölf Außenkanten exakt vier Meter maß (Stern, Mann 118). 3. a) <m. + sich> (geh.) in einem Wettstreit o. Ä. seine Fähigkeiten, Kräfte mit etw., mit denen eines anderen erprobend vergleichen; konkurrieren, in einen Wettbewerb treten: sich im sportlichen Wettkampf mit jmdm. m.; Ü Die Antworten der Testpersonen werden mitbestimmt durch allgemeine Leitbilder, an denen sich der Einzelne unwillkürlich misst (mit denen er sich vergleicht; Richter, Flüchten 59); ich kann mich in diesem Bereich nicht mit ihr m. (ich komme ihr in diesem Bereich nicht gleich); dass er sich offen mit diesem meisterlichen Rhetor nicht m. kann (St. Zweig, Fouché 59); b) an jmdn., etw. einen bestimmten Maßstab anlegen; nach jmdm., etw. beurteilen: eine Leistung am Erfolg m.; jmds. Leistungen an denen eines anderen m.; gemessen an dem früheren Ergebnis, war dies eine Enttäuschung; Gemessen an dem, was wir heute machen würden, ist das alles ... etwas eigenartig (Kempowski, Immer 208). 4. (geh.) abschätzend ansehen: jmdn. misstrauisch, schweigend, herausfordernd, mit Blicken von der Seite, mit Achtung m.; Kochta und Münchmeyer messen sich mit den Augen, sind sich nicht sonderlich sympathisch (Loest, Pistole 34). ∙ 5. *sich in den Dreck, Kot o. Ä. m. (der Länge nach in den [Straßen]schmutz fallen): dass ich mich, lang wie ich bin, in den Kot messe (Kleist, Kohlhaas 16).

Universal-Lexikon. 2012.

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